Forschungsmethoden und Evaluation 2:Prüfungsfragen-10.10.2011

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Inhaltsverzeichnis

Nach wiederholter Testung (n=170 Personen) zeigte sich, dass sich Personen, die beim 1. Messzeitpunkt eine sehr gute Leistung im Test erbrachten beim 2. Messzeitpunkt verschlechterten, während sich Personen, die bei der 1. Testung schlechte Leitungen erbrachten, bei der 2. Testung verbesserten. Der Mittelwert der Testleistung blieb über die zwei Messzeitpunkte gleich. Welche der folgenden Erklärungen für diese Ergebnisse trifft/treffen mit höchster Wahrscheinlichkeit zu?

a)      Haloeffekte sind für die veränderten Testergebnisse zum zweiten Messzeitpunkt verantwortlich.

b)      Durch die wiederholte Vorgabe des Tests haben die Personen gelernt und sind dadurch „besser" geworden.

c)      Bei wiederholter Vorgabe des Tests waren die Personen schon gelangweilt und waren daher insgesamt weniger motiviert und dadurch „schlechter".

d)      Regressionseffekte sind für die veränderten Testergebnisse zum zweiten Messzeitpunkt verantwortlich.


Welche der folgenden Aussagen ist/sind für die Hypothesentestung zutreffend?

a)      Ein Signifikanztest wird umso eher signifikant, je kleiner das Signifikanzniveau ist.

b)      Ein Signifikanztest wird umso eher signifikant, je größer die Teststärke ist

c)      Eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% (alpha=.05) bedeutet, dass die Alternativhypothese zu 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zutrifft.

d)      Ein Signifikanztest wird umso eher signifikant, je kleiner der Effekt ist.

e)      Ein Signifikanztest wird umso eher signifikant, je größer der Stichprobenumfang ist.


Welche Annahme/n wird/werden getroffen, wenn „Zählen" als Erhebungsmethode eingesetzt wird?

a)      Eine Ordnung der interessierenden Objekte bezüglich bestimmter Merkmale ergibt einen Sinn.

b)      Man kann Aussagen über „Gleichheit" und „Verschiedenheit" treffen.

c)      Die zu zählenden Merkmale gleichen einander in bestimmten Merkmalen.

d)      Es ist möglich, die interessierenden Objekte mittels Klassifikation zu ordnen.


Welche/n Aspekt/e sollte das Kapitel „Method" in einem wissenschaftlichen Beitrag enthalten?

a)      Die Beschreibung des Untersuchungsdesigns.

b)      Die Beschreibung der Ergebnisse.

c)      Die Beschreibung der Stichprobenziehung.

d)      Die Beschreibung der Messinstrumente.

e)      Eine ausführliche Diskussion.


Welche Aussage/n trifft/treffen auf die hier abgebildete Ratingskala zu? Diese Ratingskala...

a) ..ist unipolar.

b) ..entspricht einem grafischen Rating.

c) ..ist besonders für Paarvergleiche geeignet.

d) ..stellt eine verbale Marke dar.

e) ..ist bipolar.

Um welche Art von Index handelt es sich hierbei?

a)            Gewichteter additiver Index

b)            Additiver Index

c)            Gewichteter multiplikativer Index

d)            Multiplikativer Index


Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf das Ambivalenz-Indifferenz-Problem zu?

a)             Personen können auf Rating-Skalen mit Überforderung reagieren und tendieren deswegen zu ambivalenten Aussagen.

b)             Der Untersucher kann nicht unterscheiden, ob eine neutrale Antwort „sowohl als auch" oder „keine Meinung" ausdrückt.

c)             Es besteht die Schwierigkeit ein neutrales Antwortverhalten adäquat zu interpretieren.

d)             Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens des Ambivalenz-Indifferenz-Problems wird bei einer kleineren Stichprobe größer.

e)             Personen können auf Rating-Skalen mit Überforderung reagieren und tendieren deswegen zu indifferenten Aussagen.


Die Abbildung zeigt die Stichprobenkennwert-Verteilung (Bsp. Mittelwertsunterschied) unter der Null-
und Alternativhypothese. Welche der folgenden Zuordnungen (Nummer in der Grafik und Aussage)
ist/sind richtig?

a)     3 = Teststärke (1-beta)

b)     4 = Entscheidungsbereich zugunsten der Nullhypothese obwohl in der Population die Alternativhypothese gilt (beta-Fehler).

c)     1 = Entscheidungsbereich zugunsten der Alternativhypothese obwohl in der Population die Nullhypothese gilt (alpha-Fehler).

d)     2= Entscheidungsbereich zugunsten der Nullhypothese obwohl in der Population die Alternativhypothese gilt (beta-Fehler).

e)     3 = Entscheidungsbereich zugunsten der Nullhypothese obwohl in der Population die Alternativhypothese gilt (beta-Fehler).


Folgendes Häufigkeitsdiagramm zeigt ein unerwartetes Ergebnis einer Beurteilung mittels Ratingskala (1-5). Im Falle des Vorliegens eines Urteilsfehlers: Welche/r der folgenden Gründe ist/sind für die Konzentration der Urteile in einem Bereich der Skala am wahrscheinlichsten?

a)      Self-Serving-Bias

b)      Die Merkmalsunterschiede innerhalb einer Klasse wurden vergrößert.

c)      Mangelnde Differenzierung der Urteilerinnen.

d)      Reihenfolgeeffekte

 

Welche/r der folgenden Standards wurde/n von der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval, 2002) festgelegt bzw. empfohlen? 

a)

Erkenntnis

b)

Durchführbarkeit

c)

Legitimation

d)

Wachstum

e)

Genauigkeit


Welche/r der folgenden, in triadischer Wechselbeziehung stehenden Begriffe, ist/sind für die Ansätze partizipativer Evaluation und Empowerment Evaluation zentral?

  • Organisation
  • Reflexion
  • Dokumentation
  • Bewertung
  • Verbesserung

Die Unterschiede qualitativer und quantitativer Forschung werden oft anhand sehr stark polarisierter Gegensatzpaare verdeutlicht. Welche/s Schlagwort/-wörter folgender Auflistung wird/werden primär der quantitativen Forschung zugeschrieben?

a)      explorativ

b)      partikulär

c)      deduktiv

d)      Labor

e)      holistisch


Welche der folgenden Maßnahmen zur Überprüfung der Wirksamkeit eines Treatments ist/sind in quasiexperimentellen Untersuchungen geeignet um die interne Validität zu erhöhen?

a)      Analyse der Gruppenselektion

b)      Einsatz mehrerer relevanter abhängiger Variablen.

c)      Mehr als zwei Vergleichsgruppen

d)      Die Kontrolle konfundierter Merkmale


In einer Evaluation wurden die Auswirkungen eines Trainingsprogramms zur Gewaltprävention für
Lehrerinnen auf das Schulklima untersucht. Direkt im Anschluss an das Training berichten die
Lehrerinnen in einem standardisierten Interview mehrheitlich, dass ihnen das Training Spaß gemacht
hat. Eine nach 3 Monaten folgende Befragung der Lehrkräfte und der Direktorin in halbstrukturierten
Interviews zeigt, dass es seit dem Training an der Schule viel seltener zu Vorfällen kommt, die mit
Gewalt in Verbindung stehen. Außerdem hat sich die Stimmung an der Schule deutlich verbessert.
Aufweichen Ebenen nach Kirkpatrick ist diese Evaluation explizit angesiedelt?

a)      emotion - Emotion

b)      behavior - Verhalten

c)      reaction - Reaktion

d)      learning - Lernen

e)      results - Ergebnisse


Welche/s der folgend aufgelisteten Probleme tritt/treten v.a. bei Längsschnittuntersuchungen auf?

a)      Mangelnde Vergleichbarkeit der Messinstrumente

b)      Testübung

c)      Ausfälle von Untersuchungseinheiten

d)      Selektive Populationsveränderungen


Welche der folgenden Aussagen ist/sind hinsichtlich des Informationsgehalts von Hypothesen richtig?

a)      Eine gerichtete und spezifische Hypothese ist informationsreicher als eine gerichtete und unspezifische Hypothese.

b)      Eine gerichtete und unspezifische Hypothese ist informationsreicher als eine gerichtete und spezifische Hypothese.

c)      Eine ungerichtete und unspezifische Hypothese ist informationsreicher als eine gerichtete und spezifische Hypothese.

d)      Eine ungerichtete Hypothese ist informationsreicher als eine gerichtete Hypothese.


Welche der folgenden Aussagen über Vignetten ist/sind richtig? Vignetten...

a)      ...reduzieren den möglichen Einfluss von unterschiedlicher sprachlicher Kompetenz.

b)      ...sollen möglichst unkonkret sein, damit sich jede Person gut hineinversetzen kann.

c)      ...lösen durch hohe Antwortfreiheit nur wenig Reaktanz aus.

d)      ...versuchen den Zugang zu automatisierten Denkprozessen zu ermöglichen.

e)      ...sind kurze Fallbeispiele/ Szenarien, die bestimmte kognitive Prozesse auslösen sollen.


In einem Deutsch-Aufsatz sollen nicht alle Fehler in gleichem Maße zur Note beitragen. Zur Abschätzung der relativen Bedeutung der einzelnen Fehler werden mehrere erfahrene Pädagoginnen um ihr Urteil gebeten. Nach welcher/n Methode/n erfolgt demnach die Gewichtsbestimmung?

a)      Expertenrating

b)      Quantitatives Rating

c)      Multiple Regression

d)      Normative Indexbildung

e)      Explorative Faktorenanalyse


In einer 2-faktoriellen Studie wurde summativ untersucht, ob eher die jüngeren oder eher die älteren Mitarbeiterinnen eines Unternehmens von einem Motivationsseminar profitieren. Dargestellt (Diagramme) sind die Werte zum 2. Messzeitpunkt, wobei es vor dem Seminar keine Unterschiede der einzelnen Gruppen hinsichtlich ihrer Motivation gab. Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf den signifikanten Interaktionseffekt zu?

a)      Ohne Training bleibt die Motivation über die Messzeitpunkte stabil.

b)      Mitarbeiterinnen, die das Training besucht haben, sind motivierter als Mitarbeiterinnen, die das Training nicht besucht haben.

c)      Jüngere Mitarbeiterinnen sind zum 2. Messzeitpunkt motivierter als ältere Mitarbeiterinnen.

d)      Das Training ist für jüngere Mitarbeiterinnen effektiver.


 Nach Guba und Lincoln (1989) wurde die Geschichte der Evaluation in vier Paradigmen

(Generationen) eingeteilt. Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf die dritte Generation zu?

a)      Der Evaluator als neutraler Beobachter.

b)      Der Evaluator als externer Datensammler.

c)      Die dritte Generation wird mit dem Schlagwort „Messen" bezeichnet.

d)      Der Evaluator als Richter.

e)      Die dritte Generation wird mit dem Schlagwort „Beschreiben" bezeichnet.


Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen zu?

a)      In einem gewichteten multiplikativen Index haben die Indikatoren unterschiedliche Einflussstärken.

b)      Ein gewichteter additiver Index ist Null, wenn mindestens ein Indikator Null ist.

c)      Ein multiplikativer Index ist Null, wenn mindestens ein Indikator Null ist.

d)      Ein additiver Index kann ein Durchschnittswert oder eine Summe sein.


In einer Untersuchung soll mittels Beurteilung eine große Anzahl zu ordnender Objekte in eine Rangreihe gebracht werden. Hierbei tritt das Problem auf, dass die Unterscheidungsfähigkeit (Diskriminationsfähigkeit) der Urteilerinnen nicht ausreicht, um die vielen Objekte zu ordnen. Welche der folgenden Methoden sollte/n für diese Rangordnungsaufgabe herangezogen werden?

a)      Konsistenzmethode

b)      Explorative Faktorenanalyse

c)      Methode der sukzessiven Intervalle

d)      Normative Indexbildung

e)      Ratingskala mit sehr vielen Abstufungen


Welche Art/en von Hypothesen gibt es?

a)      Veränderungshypothesen

b)      Unterschiedshypothesen

c)      Zusammenhangshypothesen

d)      Kanonische Hypothesen

e)      Hierarchische Hypothesen


Welche der folgenden Festlegungen empfiehlt die Scientific Community laut Bortz und Döring (2006) zur Berechnung der optimalen Stichprobengröße?

a)      Teststärke: 0.95

b)      Signifikanzniveau alpha: 0.05

c)      Beta-Fehler-Niveau: 0.20

d)      Teststärke: 0.80

e)      Beta-Fehler-Niveau: 0.05


Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf den Haloeffekt zu?

a)      Schnell gefällte Urteile sind leichter für Haloeffekte anfällig.

b)      Haloeffekte treten verstärkt bei ungewöhnlichen oder schlecht definierten Merkmalen auf.

c)      Der Effekt bezeichnet Urteilsverzerrungen, die mit der sequentiellen Position der zu beurteilenden Objekte zusammenhängen.

d)      Konzeptuell unterschiedliche und potentiell unabhängige Merkmale werden im Urteil nicht ausreichend differenziert.

e)      Der Effekt besagt, dass die zu beurteilenden Personen systematisch entweder zu positiv oder zu negativ eingestuft werden.