Demonstrationen zur Wirtschaftspsychologie

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Fragenkatalog zur „Zettelarbeit“

Inhaltsverzeichnis

Arbeits- und Organisationspsychologie I

Wie muss eine Organisation nach der wissenschaftlichen Betriebsführung organisiert werden? Welche Auswirkung hat die wissenschaftliche Betriebsführung auf die Mitarbeiter?

Hierarchie: Strikte Trennung in Kopf- und Handarbeit. Die Arbeiter führen die vom zentralisierten Management vorgegebenen Arbeitsschritte („one best way“) aus, die Initiative verläuft ausschließlich top-down.

Kontrolle: Die richtige Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte muss von Vorarbeitern etc. streng überwacht werden.

Arbeitsteilung: Aufteilung ganzheitlicher Arbeitstätigkeiten in kleine Tätigkeitselemente, extremste Form der Spezialisierung; Die ausgesuchten Arbeiter erzielen Höchstleistungen in ihrem „Fachgebiet“. „Ineffizienzen“ des Arbeiters werden durch entsprechende Gestaltung von Werkzeugen und Arbeitsabläufen kompensiert

Auswahl: Mittels Zeit- und Bewegungsstudien wird die beste Art der Realisierung einer Aufgabe ermittelt. Die Mitarbeiter werden nach den physischen Eigenschaften ausgewählt, damit sie zur Aufgabe passen.


Da der Mensch dem maschinellen Ansatz des homo oeconomicus nicht gerecht wird, hat diese Organisationsstruktur negative Auswirkungen auf den Arbeiter:

  • Einseitige Belastung und minimale Anforderung an die Qualifikation des Arbeiters infolge extremer Partialisierung und ständiger Wiederholung gleicher Tätigkeiten
  • Die während der Arbeitszeit nicht geforderte Persönlichkeit verkümmert.
  • Bezahlung als einziger Anreiz kann andere Bedürfnisse des Arbeiters nicht ersetzen.

-->Daraus folgen Unzufriedenheit und eine hohe Fluktuation.

Beschreiben Sie kurz die historischen Positionen der Arbeitspsychologie und ihre Auswirkungen für die Gestaltung von Arbeit

  • homo oeconomicus: Der Mensch ist verantwortungsscheu, rational handelnd und lediglich durch Geld zu motivieren. --> Scientific Management (Wissenschaftliche Betriebsführung) = Ermittlung des „one best way“ und eine strikte Trennung von Hand- und Kopfarbeit
  • Social man: Menschliches Verhalten wird von den sozialen Normen der Arbeitsgruppe gesteuert --> Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen im Betrieb
  • Self-actualizing man: Menschen streben nach Selbstverwirklichung und Autonomie --> Mitarbeiter sollen am Arbeitsprozess aktiv teilnehmen
  • Complex man: Kein Mensch hat nur „ein“ Bedürfnis, Bedürfnisse sind nicht konstant, Bedürfnisse interagieren aber miteinander --> Bedürfnisse koordinieren und aktives produktives Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten

Wie könnte die Zwei-Faktoren Theorie von Herzberg zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation in einem Unternehmen im Produktionsbereich umgesetzt werden?

Job-enrichment: Dadurch werden den einzelnen Mitarbeitern vollständigere und verantwortungsvollere Aufgaben übertragen und sie erhalten Kontrolle darüber, wie sie ihre Arbeit ausführen. Man spricht von einer vertikalen Veränderung.

Leistung: Es sollten klare Ziele der Aufgabe vorgegeben werden und die Rückmeldung über den Grad der Zielerreichung sollte rasch erfolgen.

Anerkennung der eigenen Leistung: Nicht nur der Grad der Zielerreichung soll rückgemeldet werden, sondern auch die Bewertung der Leistung.

Ausweitung individueller Handlungsspielräume: Arbeitsinhalte sind so zu strukturieren, dass der einzelne das Gefühl gewinnt, weder über- noch unterfordert zu sein und das tun zu können, was seine Fähigkeiten erlauben. Verantwortung und Rechte des einzelnen sollen dem Umfang der Arbeit entsprechen. Aufstiegsmöglichkeiten sollten gegeben sein. Die Möglichkeit zum persönlichen Wachstum durch Ausdehnung des Handlungsspielraums muss gegeben sein.


Hier fehlen noch konkrete Massnahmen...

Skizzieren Sie die historische Entwicklung der Menschenbilder in der Arbeits- und Organisationspsychologie. Gehen Sie dabei besonders auf die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten ein.

Arbeits- und Organisationspsychologie II

Nennen sie mindestens fünf verschiedene Eigenschaften von offenen Systemen nach Katz und Kahn. Beschreiben Sie die in den Jahren von 1924 bis 1933 durchgeführten Hawthorne Studien sowie deren

Ergebnisse. Beschreiben Sie die Auswirkungen der Hawthorne Studien in Bezug auf deren Einfluss auf das zu dieser

Zeit im Vordergrund stehende Menschenbild. Nennen Sie mindestens fünf verschiedene Kriterien (nach Schein) die zur Definition einer gemeinsamen

Kultur herangezogen werden können.

Arbeitsanalyse

Welche Tätigkeitsmerkmale beeinflussen „mental strain“? (Karasek) Wie können negative Auswirkungen der Arbeit verringert werden?

Beschreiben Sie das Job-Strain Model und Interventionsmöglichkeiten für die Arbeitsgestaltung. Für welche Fragestellung ist der KFZA – Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse (bzw. IMPULS-Test) – in einem Unternehmen einsetzbar? Welche normative Bedeutung hat die Handlungstheorie von Hacker für die Humanisierung der Arbeit?

Geben Sie ein Beispiel, wie diese Theorie zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in einem pharmazeutischen Betrieb genutzt wurde.

Arbeitsbewertung / Arbeitsfolgen

Was ist Mobbing? Definieren Sie den Begriff (Wann spricht man von Mobbing?) und ordnen Sie ihn in einen theoretischen Kontext ein. Finden Sie ein Beispiel für Mobbing.

Welche Ursachen kann Mobbing haben? (Ursachen in der Gruppe, beim Opfer, beim Täter) Geben Sie einen Überblick über die Stressforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie. Stellen Sie das Job Demands-Resources Modell vor und beschreiben Sie welche Ableitungen sich daraus für die Praxis ergeben.

Arbeitsgestaltung

Beschreiben Sie Merkmale von Projektgruppen und gehen Sie dabei auch auf die Vor- und Nachteile verschiedener Typen der Projektorganisation ein.

Beschreiben Sie Merkmale von teilautonomen Arbeitsgruppen und gehen Sie dabei auch auf Unterschiede zu klassischen Arbeitsgruppen ein.

Beschreiben Sie die Auswirkungen der Einführung teilautonomer Gruppenarbeit in der Straßen- und Gehwegreinigung in einer deutschen Großstadt (Krause & Dunckel, 2003).

Motivation

Erklären Sie die Bedürfnispyramide von Maslow und nennen Sie verschiedene Gründe, warum übergeordnete Bedürfnisse nicht immer erst dann Bedeutung erlangen, wenn untergeordnete befriedigt sind.

Beschreiben sie die wichtigsten Moderatoren der Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham. Beschreiben Sie das Job-Characteristics-Model of Work Motivation. Wie können Gruppenaufgaben gestaltet werden, damit jedes Gruppenmitglied ein möglichst hohes

Motivationspotential im Sinne des Job-Characteristics-Model erreichen kann?

Führung

Wie können Führungstheorien nach Jago klassifiziert werden? Wie wird gemäß dem Führungsmodell von Vroom und Yetton bestimmt, wie eine Entscheidung zu treffen ist? Beschreiben Sie transformationale Führung und gehen Sie dabei auch auf Unterschiede zu transaktionaler Führung ein. Nennen und erklären Sie die fünf Grundlagen der Macht nach French und Raven (1959). Geben Sie zu einer dieser Grundlagen ein Bespiel.

Ökonomische Psychologie

Was ist unter dem „Modell des homo oeconomicus“ zu verstehen? Welche Annahmen werden diesem Modell zugrunde gelegt?

Nennen Sie zwei Urteilsheuristiken nach Kahneman und Tversky und beschreiben Sie kurz je den Inhalt eines Experiments dazu.

Nennen und beschreiben Sie drei verschiedene Effekte, die zeigen, dass das Modell des „homo oeconomicus“ das menschliche Verhalten nur ungenügend beschreibt.

Diskutieren Sie, ob sich das Menschenbild des „homo oeconomicus“ kulturübergreifend zeigt. (Boyd, Fehr et al.)

Haushaltsentscheidungen

Skizzieren Sie das „Entscheidungsdreieck von Davis und Rigaux“. Vergessen Sie nicht auf die vollständige Beschriftung und zeichnen Sie zumindest zwei Produktkategorien ein.

Glauben Sie, dass bei einer Untersuchung mit dem Rollendreieck von Davis und Rigaux bei jüngeren und älteren Paaren ähnliche oder unterschiedliche Resultate zu beobachten sind? Begründen Sie Ihre Entscheidung / Ansicht.

Unter welchen Bedingungen und in welcher Form haben Kinder besonders hohen Einfluss auf Kaufentscheidungen im Haushalt?

Erklären Sie das Balkenwaagemodell nach Brandstätter et al. (1980). Wie lässt sich dadurch die Veränderung des Einflusses von Pro- und Kontraargumenten über den Verlauf einer Diskussion erklären?

Markt- und Konsumpsychologie

Beschreiben Sie das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit. Überlegen Sie sich ein Produkt und geben Sie je ein Beispiel bezogen auf Eigenschaften des Produkts für die drei im Modell erwähnten Faktoren.

Angenommen Sie würden Humor oder Furcht für emotionale Werbung einsetzen wollen. Entscheiden Sie sich für eines der beiden Gefühle und erklären Sie, worauf Sie dabei besonders achten müssen.

Worauf müssen Sie nach dem Verarbeitungs-Wahrscheinlichkeits-Modell achten, wenn Sie durch Werbung eine zentrale Einstellungsänderung bewirken möchten?

Nennen Sie die für Persuasion relevanten Komponenten der Kommunikation und beschreiben Sie für eine Komponente genauer, wie diese mit der Glaubwürdigkeit der Kommunikation in Zusammenhang steht.

Arbeitsmärkte

Erklären Sie den Begriff „Reziprozität am Arbeitsmarkt“. Welche psychologischen und verhaltenswirksamen Konsequenzen haben unvollständige Arbeitsverträge? Welche Phase der Arbeitslosigkeit halten Sie für die schwerwiegendste für Betroffene, welche Maßnahmen

würden Sie vom Standpunkt der Psychologie hier setzen? Wie beurteilen Sie eine gemeinsame Schulung von Langzeit- und Kurzzeit-Arbeitslosen? Unter welchen psychologischen Gesichtspunkten können sie voneinander profitieren?

Steuer

Weshalb ist es nach dem ökonomischen Standardmodell des Steuerverhaltens verwunderlich, dass das reale Ausmaß von Steuerhinterziehung nicht höher ist als es ist?

Nennen und beschreiben Sie drei psychologische Determinanten des Steuerverhaltens. Welche Quellen können zur Untersuchung von Steuerhinterziehung verwendet werden? Diskutieren Sie

Vor- und Nachteile sowie die Konsistenz der Ergebnisse. Welche Empfehlungen für Regulationsstrategien lassen sich aus dem „slippery slope“ Rahmenmodell ableiten?

Finanzpsychologie

Wie kann der Zusammenhang zwischen dem Wetter (Bewölkungsdichte) und den Renditen auf Aktienmärkten erklärt werden? Welche ähnlichen Phänomene haben ebenfalls einen Einfluss auf die Renditen auf Aktienmärkten?

Wie kann ein „home bias“ von portfolios im Vergleich zu „mean-variance portfolios“ erklärt werden? Wie kann erklärt werden, warum steigende Wertpapiere oft zu früh und fallende zu spät verkauft werden? Welche Überzeugungen haben nach Wärneryd (1997) Einfluss auf die Bildung von Erwartungen?

Nennen Sie je Überzeugung jeweils ein relevantes psychologisches Phänomen, das diese beeinflussen kann.