Trigeminale Wahrnehmung

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Als trigeminale Wahrnehmung wird jene Wahrnehmung bezeichnet, die über den Trigeminusnerv (= Drillingsnerv) übertragen wird. Der Trigeminusnerv ist der fünfte der zwölf paarigen Hirnnerven und ist für die taktile Wahrnehmung im Gesicht zuständig. Er teilt sich im Gesichtsbereich in drei verschiedene Stränge auf, nämlich: einen für den Augenbereich und jeweils einen für Ober- und Unterkieferbereich. Nervenendigungen des Trigeminus sind in Augen-, Mund-, Rachen- und Nasenraum zu finden und reagieren sowohl auf Temperaturreize, als auch auf schmerzhafte Reize in Form von Kribbeln, Brennen, Stechen et cetera. Substanzen, die den Trigeminusnerv stimulieren sind u.a.: Senf, Meerrettich, Chili, Menthol, Kohlensäure, Alkohol, Zwiebel, Ammoniak und Rauch.

Inhaltsverzeichnis

Mund

Nase

Verschiedene nasal-trigeminale Reize werden je nach exponierter Substanz als: stechend, brennend, schmerzhaft, scharf, zusammenziehend, pelzig, warm, kratzend, kitzelnd, prickelnd, Niesreiz-erregend, kühl, frisch, süßlich, salzig, bitter und sauer, beschrieben. Es gibt Hinweise dafür, dass das nasal-trigeminale System zur Diskrimination von Gerüchen verwendet wird, da selbst anosmische Individuen nasal-trigeminale Reize unterscheiden können, und somit die Wahrnehmung von Geruchsqualitäten beeinflusst. [i] [ii]

Substanz
Geruchsqualität
Trigeminale Qualität
1. (--)-Menthol
Pfefferminze
kühl, frisch
2. 1,8-Cineol
Eukalyptus
kühl, frisch
3. Essigsäure
Essig
stechend, schmerzhaft
4. Aceton
Nagellackentferner
stechend, schmerzhaft
5. Ethanol
Alkohol
warm, brennend
6. n-Propanol
Desinfektionsmittel
warm, brennend

Außerdem sind Menschen nur dazu in der Lage Substanzen zu lokalisieren, wenn sie nebst dem olfaktorischen System auch das trigeminale System stimulieren.[iii]









Auge

Literatur

[i] Laska, M., Distel, H. &  Hudson, R. (1997). Trigeminal Perception of Odorant Quality in Congenitally Anosmic Subjects. Chem. Senses, 22: 447-456.

[ii] von Skramlik, E. (1926). Handbuch der Physiologie der niederen Sinne, Vol. 1 Die Physiologie des Geruchs- und Geschmackssinnes. Leipzig: Thieme.

[iii] Kleemann, A.M. et al. (2009). Trigeminal perception is necessary to localize odors. Physiology & Behavior, Vol. 97: 401-405.

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