Schizothym

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Unter "schizothym" verstand man eine zwar nicht krankhafte Wesensart, aber doch die auffallende Neigung, sich gegenüber der Außenwelt abzugrenzen, mit nur wenigen Freunden guten Kontakt zu haben, eigene Ideen und schöpferische Gedanken in zu ausschließlicher Weise nachzuhängen sowie an eigenen Prinzipien etwas zu starr festzuhalten.


Geschichte

Am Anfang stand die Schizophrenie, eine jener ("klassischen") seelischen Störungen, die schon im Alten Testament beschrieben wurden (z. B. König Nebukadnezar mit der Flammenschrift an der Wand, d. h. einer optischen Sinnestäuschung). Dabei fragte man sich schon früher: Wird die Schizophrenie vererbt? Und wenn ja, was sind die Folgen, welche Symptome entwickeln die Kinder und Enkel, die gleichen wie ihre kranken Verwandten oder nur einzelne, vielleicht gar nicht so auffällige? Tatsächlich erkannte man schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dass nicht wenige Angehörige schizophrener Patienten selber zwar nicht ausgeprägt psychotisch erkrankten (z. B. Wahn, Ich-Störungen und Sinnestäuschungen), sehr wohl aber eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten zeigten, die in den Familien nicht-psychotischer Patienten gar nicht oder nur selten zu beobachten sind. Dazu gehört vor allem die Neigung zu Rückzug und zwischenmenschlicher Isolation und ein eigenwilliges Verhalten, das die Fachleute als exzentrischen Kommunikationsstil bezeichneten (Einzelheiten siehe später).

So etwas findet man auch bei schizophren Erkrankten, wenn die ausgeprägten Symptome wie Wahn oder Halluzinationen zurückgegangen oder ganz verschwunden sind. Dann bleiben "nur" einige "grenzwertige" Charaktereigenschaften, die zwar nicht selten, trotzdem aber nicht als völlig "normal" gelten, also nicht dem herkömmlichen Durchschnitt entsprechen.

Und so legten sich die Psychiater schon sehr früh eine Art "Spektrum" dieser Leiden zurecht, gleichsam ein Kontinuum von gesunden (von der Wesensart her aber "schizothymen") Persönlichkeiten über persönlichkeitsgestörte ("schizoide") Menschen bis zu offensichtlich schizophren erkrankten Patienten.

Unter "schizothym" verstand man eine zwar nicht krankhafte Wesensart, aber doch die auffallende Neigung, sich gegenüber der Außenwelt abzugrenzen, mit nur wenigen Freunden guten Kontakt zu haben, eigene Ideen und schöpferische Gedanken in zu ausschließlicher Weise nachzuhängen sowie an eigenen Prinzipien etwas zu starr festzuhalten.

Schizoide Persönlichkeiten, die man dann zu den "Grenzfällen" rechnete, hatten schon in den früheren Klassifikationen deutlich mehr Besonderheiten aufzuweisen: kühl-distanziert, ja ungesellig bis ablehnend, ohne Wärme, wenig herzlich, zurückgezogen, fast autistisch (übertrieben mit sich selbst beschäftigt), aber auch empfindsam, leicht verletzbar, launisch, sprunghaft, vor allem unfähig, Feindseligkeiten zu äußern und damit zu neutralisieren, was aber unerwartete Gefühlsausbrüche nicht ausschloss, nicht selten sogar bahnte (Fachliteratur: Konstitutionstypologie nach Kretschmer).

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